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Weezer – The Blue Album

Ein Bild von zwei Mitgliedern der Band Weezer auf der Bühne

Diesen Monat werfen wir für Good Vibes wieder mal die Zeitmaschine an und beamen uns in den Mai 1994 zurück. Britpop war damals auf dem Vormarsch; die Grunge-Szene nach einer wilden Erfolgsfahrt ein bisschen aus der Puste. Und genau inmitten dieses Umschwungs veröffentlichten vier Freaks aus Kalifornien ein Album voller gitarrengetriebenem Power-Pop, das zu einer der meistgefeierten Platten der 90er sowie des Alternative Rocks werden sollte.

 

Die Rede ist natürlich von Weezer. Im Mai 2024 ist es genau 30 Jahre her, dass ihr Debütalbum, wegen des unverwechselbaren Covers auch das „blaue Album“ genannt, ihnen den Weg zu ihrem ganz eigenen Platz im Musik-Olymp ebnete. Anders als Grunge, der mit seiner beeindruckend rauen Attitüde und herzzerreißend introspektiven Texten in den Mainstream gepoltert war, kam das blaue Album mit verzerrten Gitarren, manchmal sehr persönlichen Texten, aber sonst nicht viel Greifbarem daher. 

 

Hört man jedoch genauer hin, merkt man sofort: Mit seinen eingängigen Melodien und Hooks ist das Album im Kern ein tolles Pop-Album, wenn auch in Gitarren-Riffs und Solos gekleidet. Es legt Wert auf hochqualitatives Songwriting und setzt auf Substanz vor Stil. Und genau deswegen klingt es heute auch nicht wie ein 30-jähriges Album, sondern einfach wie zeitlose, gute Musik.

 

Rivers Cuomo, der vorrangige Songwriter von Weezer, ist die fleischgewordene Antithese des typischen Rockstars. Und es ist genau das, was dem blauen Album als Hauptzutat dient. Neben einer nachvollziehbaren Trennung in „Undone (The Sweater Song)“ singt Cuomo über das Surfen und das Chillen in seiner Garage, die Songschreiberei und Dungeons and Dragons. Dieses unverblümte Geek-Dasein ist charmant, ehrlich und unprätentiös – Eigenschaften, die wir bei Penta sehr feiern. Cuomo weiß einfach, wer er ist, steht dazu und nimmt sich selbst nicht zu ernst.

 

Das soll natürlich nicht heißen, dass es dem Album an Tiefgang mangelt. Die Platte hat viele introspektive und intime Momente, wie im erwähnten „Undone (The Sweater Song)“, in „The World Has Turned and Left Me Here“ und im großartigen Schlussstück „Only in Dreams“. Diesen wird allerdings ein einmaliger Humor entgegengesetzt, den man zum Beispiel im Video zu „Buddy Holly“ und dessen selbstreferenziellen Refrain unschwer erkennen kann.

 

Abgesehen von all dem macht das blaue Album aber vor allem Spaß. Und was für einen! Wir fordern dich heraus, ein anderes Album zu finden, bei dem du öfter aufspringen und die Luftgitarre zücken willst. Uns reißt es auf jeden Fall so mit, dass wir „Buddy Holly“ auf die Penta Sounds Volume 38: Get Amped! gepackt haben.

 

Es gibt noch einen weiteren, sehr kleinen Punkt, den wir zu diesem Album anmerken wollen. Er bezieht sich auf eine Zeile im Song „Holiday“, in dem es wenig überraschend um die Flucht aus dem Alltag und in den Urlaub geht. Cuomo singt: „We're going where the wind is blowing, not knowing where we're gonna stay.“ Dazu sagen wir: Rivers, du und der Rest von Weezer (und alle unsere weiteren Freunde) sind bei Penta jederzeit willkommen.

 

Bildquelle: „Weezer - Live at Bizarre Festival (August 17, 1996) [Remastered]“ von gilmi auf Youtube hochgeladen

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