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Tame Impala – Currents

Sängerin der Musikgruppe Tame Impala während eines Konzerts

In den letzten Ausgaben von Good Vibes haben wir tief in den Musikarchiven gewühlt – vom Dad-Rock der Dire Straits’ mit  Brothers in Arms aus ’85 bis ins virtuelle Universum der Gorillaz in ’01. Diesmal wollten wir aber etwas Neueres ausgraben. Glaub’s oder nicht: Currents – das Album, das Tame Impala von Indie-Psych-Rock-Lieblingen (was immer das heißen mag) zu unüberhörbaren Größen des Alternative-Kosmos katapultierte -wird zehn Jahre alt.

Spulen wir kurz zurück: Tame Impala ist das Solo-Projekt des Australiers Kevin Parker. Klar, man könnte von einer Band sprechen – und in gewisser Weise stimmt das auch – aber eigentlich ist Parker Tame Impala. Mit seinen ersten beiden Alben InnerSpeaker und Lonerism trat er einen echten Hype los. Verzerrte Gitarren, psychedelische Jams und lässige Grooves (der Dauerbrenner “Elephant” lässt grüßen) sorgten dafür, dass er sich im frühen Jahrzehnt als feste Rockgröße etablierte.

Nach ordentlich Erfolg, inklusive Grammy-Nominierung, hätte Parker problemlos sein bewährtes Rezept weiterspielen können. Stattdessen zog er sich – frisch getrennt - in sein Heimstudio in Fremantle zurück, tauschte Gitarren gegen Synths und Drum-Machines und kam mit einem Album um die Ecke, das so gar nichts mit dem typischen Trennungsalbum zu tun hat.

Klar, es ist persönlich. Aber hier findest du keine Klischees – wer nur auf die Musik hört, merkt oft nicht mal, was da eigentlich los ist. Dieses Album ist Parkers Ausflug in die Popwelt, vollgepackt mit hypnotischen Basslines, schwebenden Synths und geschmackvollen Drum-Patterns. Tanzend durch die Ungewissheit, und zwar auf höchstem Niveau. Klingt vielleicht übertrieben? Aber Kritiker wie Fans sind sich einig: Currents erntete nahezu universelle Anerkennung und schaffte es sogar auf Rolling Stones Liste der „500 Greatest Albums of All Time“.

Ein weiteres Highlight: Alles hier stammt aus Parkers eigener Feder – er schrieb, spielte jedes Instrument, produzierte und mischte das Album komplett allein. Keine weiteren Mitstreiter. Hätte eine ganze Band so etwas auf die Beine gestellt, wäre das beeindruckend genug, aber dass es nur aus einer Hand entstand, zeigt echtes Ausnahmetalent.

Natürlich könnten wir die Singles auseinandernehmen – die kennst du sicher schon. Aber uns geht’s hier um das große Ganze: Currents ist ein Album, das du am besten in einem Rutsch erlebst. Man spürt förmlich, wie akribisch jedes Detail ausgefeilt wurde, bis hin zur kleinen Besessenheit. Es geht nicht nur um Ohrwürmer, sondern um einen Blick ins Genie, das hinter dem ganzen Klangkosmos steckt.

Wenn du Lust auf einen kleinen Vorgeschmack hast, hör’ mal in die Tracks, die wir diesen Monat in Penta Sounds ausgewählt haben. Aber mal ehrlich: knapp 50 Minuten in diese psychedelische Pop-Reise zu investieren, ist absolut lohnenswert. Auch zehn Jahre später steht Currents immer noch wie eine Eins.

Currents erschien am 17. Juli 2015.

Standbildnachweis:
“TAME IMPALA – Live at New York Full Concert – 2017 (1080p_60fps)”, hochgeladen auf YouTube von Gabriel Torres.

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