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Swingers

Movie review

„You’re so money, baby, and you don’t even know it.“  Gäbe es eine Rangliste der besten Motivationsreden in Filmen, würde diese Ansprache auf jeden Fall ganz oben landen. Die Aufmunterung vom selbstbewussten Trent an seinen schüchternen Freund Mike ist eines der unzähligen unvergesslichen Zitate aus Swingers, dem epochalen Indie-Juwel, das genau vor einem viertel Jahrhundert herauskam.

 

Die Handlung ist – wie bei allen guten Dingen – eigentlich einfach. Mike (gespielt vom Drehbuchautor Jon Favreau) ist kürzlich nach Los Angeles gezogen, um seiner Traumkarriere nachzugehen: die Schauspielerei. Wie auch den meisten seiner Freunde fällt es ihm schwer, Rollen abzugreifen. Zudem kämpft er mit dem Leben in einer fremden Stadt, deren Slang und Dress-Code ihm noch fremd sind. Seine größte Baustelle ist jedoch die Liebe: Sechs Monate nach der Trennung von seiner langjährigen Freundin ist Mike immer noch nicht bereit nach vorne zu schauen (oder zurückgerufen zu werden). Was ihn rettet? Seine loyale Clique, die ihn unbedingt wieder ins Leben holen will. Zuhause Trübsal blasen kommt für die Jungs nicht in Frage.

 

Schau hier in den Trailer rein.

Swingers (1996) versucht, vieles auf einmal zu sein. Einerseits ist es der vielleicht beste Post-Trennungs-Film, der je gemacht wurde. Beim Schauen wird man in eine Welt der Freundschaft, improvisierter Ausflüge nach Las Vegas und ziellosem Herumfahren katapultiert – der eigene Kummer ist plötzlich zweitrangig. Andererseits ist es eine faszinierende Zeitreise in die Swing-Revival-Szene Mitte der 90er Jahre. Bowling-Shirts, Goodfellas-Zitate, umwerfende Tanzkünste. Was will man mehr? Aber Swingers ist vor allem – wenn man an dem Jungs-Gehabe vorbeischaut – ein ehrlicher und herzzerreißender Film, der sich mit männlicher Unsicherheit, gesellschaftlichen Erwartungen und vor allem dem Zusammenwachsen von Menschen auseinandersetzt.

 

Nach einer gefühlten Ewigkeit im Lockdown sind wir alle eventuell ein bisschen aus der Übung, was soziale Situationen angeht. Während einige von uns von hartnäckigen Freunden mit hygienisch korrekten Spaziergängen im Park über Wasser gehalten werden, erinnert Swingers alle anderen daran, wie wichtig die Zeit mit Freunden ist. Zudem nimmt der Film übliche Dating-Rituale und erste Treffen mit Fremden auf eine lustige Art unter die Lupe. Wir werden Zeuge von Mikes unbeholfenen Versuchen, drücken ihm bei vielversprechenden Szenen die Daumen und leiden mit, wenn er mal wieder kein Fettnäpfchen auslässt.

 

Swingers wird noch interessanter, wenn man auch ein Auge auf die Produktion wirft. Der Film war Favreaus erster Versuch, ein Drehbuch zu schreiben. Und er brauchte nur anderthalb Wochen, um es fertigzustellen (da es auch ein bisschen autobiografisch ist). Zudem war das Budget so knapp, dass Genehmigungen ein Ding der Unmöglichkeit waren. Die Crew ging einfach in die überfüllten Clubs, fing an zu drehen und hoffte auf das Beste. Apropos Musik: Das meiste Geld wurde für Songlizenzen ausgegeben. Und es gab auch keine Doubles oder Stuntleute. Die Schauspieler mussten für den Film selbst den Swing lernen. Ein letztes Schmankerl: Es gibt eine seltsame Szene, in der Mike telefoniert, zum Kühlschrank geht, ihn öffnet, noch ein bisschen redet und ihn dann wieder schließt. Der einzige Grund für diese Regieanweisung? Der schlecht beleuchtete Raum, in dem man ohne die Hilfe der Kühlschrankbeleuchtung nicht hätte drehen können. Insgesamt kostete der Film 250.000 Dollar. Und wurde schließlich für 5 Millionen Dollar an Miramax verkauft. You’re so money, baby.

 

Foto: “Swingers (1996) Official Trailer #1 - Vince Vaughn, Jon Favreau Comedy”, auf youtube.com hochgeladen von Movieclips Classic Trailers

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