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“Tragic Kingdom“ Rezension

An einem schönen Herbsttag vor 25 Jahren brachte No Doubt das Album „Tragic Kingdom“ heraus. Und es sollte ein Meileinstein werden. „Tragic Kingdom“ wurde in den USA mit Diamond und in Großbritannien mit Platin ausgezeichnet. Außerdem ernannte es der Rolling Stone als eines der 500 besten Alben aller Zeiten. Keine Frage: Die No Doubt Platte war ein wichtiger Moment im – wenn nicht sogar der Ausschlaggeber des – Ska-Punk-Revivals der 1990er Jahre und öffnete vielen anderen Künstlern die Türen zu großen Labels.

Magic Kingdom, der Spitzname des in der Heimatstadt der Band gelegenen Disneyland, diente als Wortspiel-Inspiration für den Albumtitel. Und das passte perfekt zur Stimmung und Ästhetik von "No Doubt". Die Band bewegte sich seit ihrer Entstehung stets auf dem schmalen Grat zwischen Teenage-Angst, Rebellion und Spaß. Hinzu kam ein kräftiger Schuss Sarkasmus, eine großzügige Portion Dramatik und ein bisschen optimistische Unbedenklichkeit, von der kräftigen, kalifornischen Mittagssonne geküsst. Um „Tragic Kingdom“ wirklich voll und ganz zu genießen, raten wir zu einer Spazierfahrt mit heruntergelassenen Fenstern und einem freundlichen Lächeln für jeden hochnäsigen Nachbarn, der dir einen vernichtenden Blick zuwirft. 

Im Jahr 2020 wirkt „Tragic Kingdom" wie eine Gebrauchsanweisung für die Stärkung der Rolle der Frau. Aber wir finden, das ist etwas kurz gesprungen. Frontfrau Gwen Stefani scheint nicht wirklich auf der Suche nach Empowerment, und sie verbringt musikalisch auch keine Zeit damit, sich dafür stark zu machen. Ein Blick auf Gwen und ihre (manchmal sehr persönlichen) Texte reicht, um zu verstehen: Sie bestimmt ihre Rolle selbst und pfeift darauf, was andere denken. Und damit tritt sie in die Fußstapfen vieler anderer Musikerinnen in der Post-Grunge-Ära.

Kleine Notiz am Rande: Das rote Latexkleid auf dem Cover des Albums legte noch einen ganz schönen Weg zurück. Zuerst wurde es in einem Hard Rock Café ausgestellt, dann in voller Pracht in einem örtlichen Museum, um schließlich von einem ziemlich eifrigen Fan gestohlen zu werden!

Wer schon länger als zwei Jahrzehnte auf unserem Erdball tanzt, kann Singles wie "Don't speak" und "Just a girl" nicht verpasst haben. Wenn es dir jedoch irgendwie gelungen ist, das Phänomen "No Doubt" zu verpennen, schlagen wir vor: Starte mit dem punkig angehauchten Ohrwurm "Sunday Morning". Nicht nur vom Namen her der perfekte Soundtrack zum Wochenende, kann der Song zu allerhand lustigem Unsinn anstiften. Also Vorsicht vor der fliegenden Nudel, wenn die Freunde dann zu Pasta und Wein vorbeikommen.

Bildequelle: No Doubt – „Sunday Morning“ © 2003 Interscope Records