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Massive Attack

"Blue Lines" review

Massive Attack

“We were lazy Bristol twats”. So erinnert sich Grantley "Daddy G" Marshall, eines der Gründungsmitglieder von Massive Attack, an die frühen Tage des Kollektivs, das ein ganzes Genre (Trip Hop) lostrat und viele andere inspirierte.

 

Im Jahr 2021 feiert das Debütalbum "Blue Lines" von Massive Attack seinen 30. Geburtstag. Doch die Zeit scheint an der Platte spurlos vorbeigegangen zu sein. Die neun Tracks sind keinen Tag gealtert, und ihr Einfluss bewegt immer noch die unterschiedlichsten Genres. Eine Eigenschaft, die bei Massive Attack übrigens immer schon präsent war. Statt sich einem Genre zu verschreiben, wollte man sich vielmehr nicht in eine Schublade stecken lassen Den Hörer verwirren und ihn gleichzeitig verführen, das konnte Massive Attack schon immer viel besser. Ihre Vorliebe, die wirksamsten Elemente aus verschiedenen Stilen zu klauen, verankert ihren Sound fest in der reinsten und frühesten Hip-Hop-Tradition. Und ihr Hang dazu, die beliebten Gangsta-Klischees der frühen 90er Jahren sowie die Mitstreiter zu ignorieren, führte dazu, dass sie den Trip-Hop erfanden.

 

Selbst, wenn das Video zur monumentalen "Unfinished Sympathy" in Los Angeles gedreht wurde: Mehr Bristol als Massive Attack geht nicht. Eng verbunden mit dem The Wild Bunch-Soundsystem konnte das Kollektiv unter Punks, Bikern und Dreads erste Fans gewinnen. Erst mit dem Schritt über den Teich kamen dann auch die Raver dazu. Natürlich war Massive Attack noch lange keine globale Institution. Die Tage von „Mezzanine“ und ihrem unvergesslichen Meisterwerk „Teardrop“ waren noch weit entfernt. Aber so begann alles. Im Jahr 1991, mit einer ungewöhnlichen Interpretation von Hip-Hop, durchzogen von Electronica, mit Reggae abgeschliffen und mit psychedelischem Rock versetzt. Geheimnisvoll vollendet mit Trickys launischer Stimme.

 

Was sich „vorherbestimmt“ anhört, war den Aussagen nach harte Arbeit. Die Mitglieder geben zu, dass es fast unmöglich war, sie für die gemeinsamen Aufnahmen ins Studio zu kriegen. Eigentlich typisch für die seltsame, wundervolle Slacker-Symmetrie, die in den frühen 90ern zwischen der Westküste der USA mit ihrer blühenden Grunge-Szene und der Westküste Großbritanniens, wo Portishead 1991 auch ihre ersten Schritte machten, herrschte.

 

Goldene Platten in Hülle und Fülle, 13 Millionen verkaufte Alben – all das würde für Massive Attack irgendwann trotzdem noch wahr werden. Manchmal lohnt es sich, ein Haufen fauler Säcke zu sein.

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