Diesen Monat geht’s zurück ins Jahr 2005 – und noch weiter – denn wir feiern das 20-jährige Jubiläum von Lords of Dogtown: einer der legendärsten Skateboard-Filme aller Zeiten.
Catherine Hardwickes dramatisierte Version der Geburt des modernen Skateboardens ist nicht nur eine Hommage an die kalifornischen Z-Boys und ihre Geschichte – sie schmeißt dich mitten rein in ihre Welt und zwingt dich, mitzufahren.
Der Film spielt im verwaschenen Beachfront-Chaos der Mitte der 70er in Dogtown – da, wo Santa Monica und Venice aufeinandertreffen. Er begleitet drei jugendliche Surf-Bums: Tony Alva (Victor Rasuk), Stacy Peralta (John Robinson) und Jay Adams (Emile Hirsch), die – unter anderem dank der Erfindung neuer Polyurethan-Rollen – die Skate-Welt komplett verändern. Unter der lockeren, aber magnetischen Führung von Surfshop-Besitzer Skip Engblom (ein kaum wiederzuerkennender Heath Ledger mit Perücke und Prothesen) werden die drei Teil des Zephyr-Skate-Teams und erleben einen kurzen, explosiven Aufstieg zum Ruhm – bis Ruhm, Geld und Ego alles zum Einsturz bringen.
Die Story folgt einem recht klassischen Verlauf – von der Straße über die Rampe zum Erfolg – aber was den Film besonders macht, ist die Atmosphäre. Hardwicke zeigt nicht nur eine Subkultur… sie zieht dich komplett rein. Tiefe Kamerawinkel, aufgeschlagene Knie und POV-Shots von unter dem Board lassen dich den Rausch dieser neuen Skater-Ära spüren. Du bist nicht nur Zuschauerin – du bist Teil der Clique. Und du bist dabei, wenn sie sich in fremde Gärten schleichen, um in den wegen Hitze und Dürre trockengelegten Pools zu skaten. (Ein bahnbrechender Move, der Rampen-Skating überhaupt erst möglich machte!)
Lords of Dogtown weckt eine ganz besondere Art von Nostalgie. Klar erinnert der Film an „die guten alten Zeiten“, aber er zeigt auch den Dreck darunter. Da ist die Freiheit und Wärme der kalifornischen Jugend der 70er – aber auch die Leere, wenn unsere Hauptfiguren nach und nach vergessen, warum sie überhaupt angefangen haben zu skaten: aus purer Leidenschaft.
Ein besonderes Lob verdient auch der Soundtrack – pure 70er-Rock-Magie: Hendrix, Sabbath, Bowie – jeder Track trieft vor Attitüde und Zeitgeist. Die Musik untermalt nicht nur die Action, sie verankert den Film in seiner Ära. Eine Zeit, bevor Skateboarding ein Milliardenmarkt wurde – als es einfach Kids mit Brettern, Rollen und zu viel Energie waren.
Ja, die Story bleibt manchmal an der Oberfläche und mischt auch Fiktion unter. Und ja, der Film verklärt ab und zu den Leichtsinn. Aber Lords of Dogtown will nicht moralisieren oder seine Helden sauber dastehen lassen – es geht um den Moment, in dem eine Bewegung zündet. Eine Liebeserklärung an die Außenseiter, die Erfinderinnen, die, die hart fallen – und noch härter wieder aufstehen.
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Still-Credits: „Lords of Dogtown Pool Skating “ hochgeladen auf YouTube von DanaBeaton