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Frank Ocean

"Frank Ocean" Rezension

Frank Ocean - "Nostalgia, ULTRA" Rezension

Dieser September ist ein merkwürdiger Monat. Einerseits gehen die meisten von uns wieder an die Arbeit - die Sommerferien sind vorbei und die heißen Tage gezählt. Es wird frischer, die Blätter werden bunt. Andererseits herrscht in unseren Städten ein hoffnungsvolles und buntes Treiben. Nach unserer langen Zwangspause fühlt es sich an, als müssten wir noch vieles nachholen. Ein seltsamer Mix, der uns ganz nostalgisch macht. Und das erklärt vielleicht auch unsere Wahl für die Rezension dieses Monats: Frank Oceans Debüt-Mixtape „Nostalgia, ULTRA“. 

Hier mal kurz die Story: Vor 10 Jahren veröffentlicht der 23-jährige Frank Ocean sein Debütalbum auf Tumblr. Davor hat er bereits Tracks für Justin Bieber, John Legend und Brandy geschrieben, aber dieses Album sorgt für großes Aufsehen. Auch, weil Frank bei Def Jam unter Vertrag genommen wird, die aber seine lyrischen Fähigkeiten ignorieren und ihn zu dem Sänger formen, der er heute ist. Oceans entspannte Melodien, introspektive Themen und eingängige R&B-Beats wirken frisch und feiern zeitgleich das Surreale. 

Zwischen den Songs auf diesem Album hören wir immer wieder typische Kassettengeräusche, sodass es tatsächlich an ein Mixtape erinnert – nur für uns mit viel Liebe zusammengestellt. Um die Nostalgie noch weiter zu entfachen, ist jedes dieser Intermezzi nach einem legendären Videospiel benannt – von Street Fighter bis Goldeneye und Soul Calibur. Kurz gesagt: Das Album wirkt wie eine Zeitkapsel. Kommt dir "Strawberry Swing" bekannt vor? Oceans interpretiert hier den kultigen Coldplay-Song (der eine Ode an einfachere Zeiten darstellt). Und das Album bietet noch weitere dieser Schätze, so wie die instrumentalen Samples von MGMT in „Nature Feels“, den Eagles in „American Wedding“ und Mr. Hudson in „There Will Be Tears“.

Er beginnt das Abenteuer Album mit „Strawberry Swing“ und macht in diesem Song bereits klar, dass er nicht mir Gefühlen geizen wird: „But you should know, you should hear / That I have loved / I have loved the good times here / And I will miss our good times here”. Widmet sich das Album hier noch dem Gefühl der Sehnsucht, wird es spätestens bei „Dust“ zu einem poetischen Befreiungsschlag, der uns von der Vergangenheit löst und einen Schritt in Richtung Zukunft machen lässt. Der Song erzählt von der wichtigen Erkenntnis, dass wir, auch wenn wir nicht auf jedes Kapitel der Geschichte unseres Lebens stolz sind, dennoch „keep writing, yeah / and keep living, yeah / and keep loving“.

Wäre Frank Ocean ein Puzzle, so wäre dieses Album das erste Puzzlestück gewesen. Mit einem bisher ungehörten R&B-Style hat er damals die Grenzen eines gesamten Genres neu definiert sowie Archetypen und Klischees zerstört. Dieses kultige Album lieferte den Startschuss für ein Schaffen, dass uns bei jeder Albumveröffentlichung den Atem anhalten lässt. Ob „Lost“ von Channel Orange oder „Godspeed“ von seinem neuesten Album Blonde: Frank Ocean ist die sympathische Seele, die sich künstlerisch immer weiterentwickelt und dabei die Kraft sammelt, ein ganzes Genre mitzuziehen.

 

Bildquelle: Dave Gold, CC BY-SA 2.0 , via Wikimedia Commons

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